über den ball der offiziere
Bereits seit dem Faschingsamstag des Jahres 1926 lädt der Verein „Alt-Neustadt“ zum gesellschaftlichen Großereignis, dem „Alt-Neustädter Ball“ – heute besser bekannt als der
„Ball der Offiziere“.
Der Verein „Alt-Neustadt“ wurde 1919 für alle Offiziere der k.u.k. Monarchie gegründet, die Absolventen der Theresianischen Militärakademie waren. Der Ball wurde als gesellschaftliches Ereignis unter der Bezeichnung „Ball der Neustädter Militärakademiker“ alljährlich bis 1938 durchgeführt – nach Wiedererlangung der Wehrhoheit Österreichs wurde auch die Tradition des „Alt-Neustädter Balles“ wieder fortgeführt. In den folgenden Jahrzehnten fiel die Veranstaltung nur noch zwei Mal aufgrund besonderer Ereignisse aus: 1957 führte der Tod von Österreichs Bundespräsident Theodor Körner und im Jahr 1991 der Beginn der Operation „Dessert Storm“ zur Absage der Ballnacht. In der Ballsaison 2010 findet der Ball nun zum 64. Mal statt.
Die Ballnacht der Alt-Neustädter etablierte sich rasch als ein Höhepunkt im Wiener Ballkalender. Die immer häufiger und intensiver werdenden Partnerschaften zwischen Kommanden und Verbänden des Bundesheeres sowie Industrie, Wirtschaft und Interessengemeinschaften trugen einen großen Teil zur großen Popularität der Veranstaltung bei. Die in den 60er- und 70er-Jahren ständig steigende Besucherzahl führte 1977 zur Gründung eines eigenen Ballkomitees. Das Komitee, das sich aus Offizieren des Bundesministeriums, des Militärkommandos Wien sowie der Absolventenvereinigung Alt-Neustadt zusammensetzt, leitet bis heute die Geschicke des Balles. Das große Engagement des Komitees wird besonders an der sowohl national aber auch international immer größeren Beachtung der Veranstaltung deutlich.
Seit dem Jahr 1981 findet die noble Ballnacht in der Wiener Hofburg statt, der die Veranstalter bis heute treu geblieben sind. Bis Ende der 80er Jahre waren mit Ausnahme der in Österreich akkreditierten Militärattachés fast ausschließlich nur eine große Zahl von österreichischen Uniformen vertreten. Seit Beitritt zur EU hat sich das Bild zu einer Vielzahl an prunkvollen Galauniformen aus beinahe der ganzen Welt deutlich verändert. Heute gilt der „Ball der Offiziere“ nicht nur als Treffpunkt der Offiziere des Österreichischen Bundesheeres und der Wiener Gesellschaft, sondern auch für Politiker und Wirtschaftstreibende aus aller Welt.
Die zunehmende internationale Zusammenarbeit mit ausländischen Armeen zieht immer häufiger Offiziere aus diesen Ländern als Ballbesucher an. Zur Balltradition gehört es auch seit einigen Jahren, dass jeweils ein bestimmtes Nachbarland einen Teil des Jungdamen- und Jungherren-Komitees für die Balleröffnung stellt. Gemeinsam mit Offiziersanwärtern der Theresianischen Militärakademie und Schülerinnen aus Wiens traditionellster Tanzschule Elmayer-Vestenbrugg tanzen sie die Eröffnung des Balles, für deren Choreographie ebenfalls diese Tanzschule verantwortlich zeichnet. Und unter der fachkundigen Anleitung wird auch die „Fledermausquadrille“ von allen Tanzbegeisterten um Mitternacht zelebriert, die nicht nur den Ausführenden, sondern auch den Zuschauern großes Vergnügen bereitet.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen verschiedene national bekannte Tanz- und Showbands und vor allem im Festsaal auch das „Große Ballorchester“ und die „Tanzband“ der Gardemusik Wien. Viel zu früh (04:00 Uhr) stimmt dann in den Morgenstunden der Solotrompeter der Gardemusik den „Zapfenstreich“ an – das „offizielle“ Zeichen, dass wieder eine großartige Ballnacht der Offiziere zu Ende ist.
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