Der Hausball der Technischen Universität stellt für viele das Basiskonzept des Wiener Balles ohne viel Schnickschnack dar. Doch dieses Jahr wussten die Ballveranstalter und vor allem Frau In­ge­borg Knopf-​Bou­sa, die die Eröffnungschoreografie entwarf, zu überraschen. Bislang war das Besondere des Balles das TU eigene Orchester, welches stets zur Eröffnung Lieblingsstücke aus der Opernwelt spielt (diesmal “Barbier von Sevilla”). Nun wurde das Ballzeremoniell noch durch eine wunderschöne Neuinterpretation der Eröffnung verfeinert.

 

Wissenschaftsministerin Karl und Rektor Skalicky

Nach dem Einzug der Ehrengäste folgte traditionell die Eröffnung, die wie eingangs schon erwähnt positiv überraschte. In den vordersten Reihen fand sich eine Walzer-Formationsgruppe, die häufigen Ballgeher von zahllosen Bällen sicher bekannt sein würde, da viele Paare noch vor Jahren zur Walzerformation der Tanzschule Elmayer angehörten. Statt dass nun diese Gruppe eine kleine Einlage tanzen würde, wurde sie in die Gesamteröffnung eingewoben: Die restlichen Paare bildeten quasi den Rahmen und zeigten dadurch eine Choreographie, wie sie zumindest in den letzten zehn Jahren in Wien noch nicht zu sehen war.

 

Walzerformation

Beim Erforschen der anderen Räumlichkeiten wurde eines sehr schnell klar: Der TU Ball ist ein Ball der Studenten. Und diese tanzten sehr gerne, wie sich im Zeremoniensaal und Festsaal klar zeigte. Aber auch José Ritmo mit seiner Band im Erdgeschoss zog das Publikum wieder einmal an wie Motten das Licht. Zeitgemäße Latino-Musik bereichert die Wiener Bälle sehr, da kann man auch darüber hinwegsehen, dass ein so jugendlicher Ball keine Disco hat.

Junges Publikum am Ball

 

Die klassische Quadrille brachte den Festsaal um Mitternacht wieder einmal fast zum Bersten. Die Ansage von Frau Knopf-​Bou­sa, die zwar alle sechs Touren beinhaltete, konnte leider nicht vollends begeistern, da manche Kommandos undeutlich oder etwas zu spät kamen, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil. Etwas Chaos bei der Fledermausquadrille muss schon sein.

 

Ein Hingucker für viele Gäste: Der Rennwagen der TU Wien

 

Ein weiterer Blickfang für viele Gäste war das Rennauto des Racing Teams der TU Wien im Foyer im Erdgeschoss. Ein glücklicher Gast gewann sogar eine Testfahrt auf einer Rennstrecke. Auf die Frage, ob dies das erste Mal war, dass er hinter dem Steuer eines Rennwagens sitzen würde, bekam der Moderator die überraschende Antwort “Nein”, was ihn für einen kleinen Augenblick offensichtlich aus dem Konzept warf.

 

Latinofieber am Ball: José Ritmo & Band

Für Rektor Skalicky war dies nach 20 Jahren der letzte TU Ball, den er eröffnen durfte. In den nächsten Monaten wird sich auf der Technischen Universität Wien entscheiden, wer im kommenden Jahr diese Würde übernehmen darf.

Fazit: Ein sehr kurzweiliger Ball mit jungem Publikum, der auf Spektakel verzichtet, aber dem klassischen Thema eines Balles treu bleibt. Durch die besondere Eröffnung wurde die Veranstaltung dieses Jahr besonders aufgewertet.

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Tags: Ball, Hofburg, TU, Technik

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